24. November 2015

Buddhistische Gräber auf dem Soldatenfriedhof


Schon immer habe ich gerne Friedhöfe besucht, so seltsam das vielleicht klingen mag. Aber ich erinnere mich immer wieder gerne an die Spaziergänge und die Gespräche auf dem Zentralfriedhof Ohlsdorf in Hamburg. Die Soldatenfriedhöfe von Cassino standen daher natürlich ebenfalls auf meiner Liste von Orten, die ich sehen wollte.

Der Commonwealth-Friedhof ist einer von fünf großen Friedhöfen, die in und um Cassino angelegt wurden und der einzige, der direkt mehr oder weniger zentral in der Stadt liegt. Vom Bahnhof aus kann man in einer knappen Viertelstunde zum Friedhof zu Fuß gehen. Bei meinem zweiten Besuch dort entdeckte ich unter den Gräber der indischen Divisionen zwei Grabsteine mit einem Stupa.


Ein Stupa ist ein buddhistisches Bauwerk - ein Grabhügel - und als Symbol eindeutig ein Hinweis auf den buddhistischen Glauben der beiden Soldaten. Die Riflemen Nima Lepcha und Yam Bahadur Tamang aus dem 1. Bataillon der 5th Royal Gurkha Rifles fallen beide am 12. Mai 1944. Sie stammen aus kleinen Dörfern in Sikkim und Nepal.

Die Gurkha-Regimenter waren ein fester Bestandteil der Indischen Divisionen in der Britischen Armee. Traditionell bestand eine Division aus einem britischen Regiment, einem indischen und einem Gurkha-Regiment. Dabei teilten die Briten die Bataillone des Regiments meistens auf und setzten sie an ganz unterschiedlichen Orten ein: so kämpfte das 1. Bataillon des 5. Gurkha-Regiments in Italien, während die anderen beiden Bataillone in Ost-Asien eingesetzt waren. So konnte ein Regiment nie an einem Schauplatz aufgerieben werden.

Die Gurkhas stammen in der Regel aus Nepal im Himalaya. Ihren Namen haben sie in Anlehnung an das Königreich Gorkha - bis ins 20. Jhr. offizielle Bezeichnung für Nepal. Die Gurkhas stehen seit 200 Jahren in britischen Diensten und gelten seit jeher als zähe, tapfere und genügsame Soldaten. Für die arme Landbevölkerung Nepals war ein Dienst in der britischen Armee sehr lukrativ und so verpflichteten sich viele Nepali als Söldner. In manchen Fällen gab es sogar eine Art Familientradition, die vom Vater auf den Sohn überging.


Der Stupa auf den beiden Gräber ist insofern ungewöhnlich und selten, da die Nepali überwiegend Hindus sind. Den Stupa habe ich nur auf diesen zwei Grabsteinen gefunden. Die übrigen Gräber tragen eine Inschrift in Devanagari. 

Links:
Gurkka-Söldner, die tapfersten Gehilfen des Empire
The Gurkha Museum, Winchester (UK)
Commonwealth War Cemetery Cassino

1 Kommentar:

  1. Wenn ich Dir jetzt erzähle, dass wir - die alte Reisetruppe - vor dem Museum standen, aber nicht reingegangen sind ...

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